In der Maxvorstadt unmittelbar an die Altstadt angrenzend, im Zentrum von München, leben rund 12 000 Menschen und im Durchschnitt die jüngste Bevölkerung der Stadt. Laut des statistischen Taschenbuchs aus dem Jahr 2017 sind über 67 Prozent der Einwohner jünger als 44 Jahre. Zur Maxvorstadt gehören die Gebiete Universität, Königsplatz-Marsfeld und Josephsplatz.

 

Ihren Namen erhielt die Maxvorstadt vom bayrischen König Maximilian I. Joseph, welcher zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihren Entwurf und Bau in Auftrag gab. Es handelte sich damals um die erste Erweiterung der Stadt München. Besonders junge Familien wohnen oder ziehen heute in die Maxvorstadt – genauer gesagt in die Gegend des Königsplatzes.
Aber nicht nur Familien fühlen sich wohl in dem Bezirk. Auch Rentner wissen den Stadtteil zu schätzen. So sind 22 Prozent der Einwohner über 65 Jahre alt. Die ältere Generation wohnt am liebsten im Stadtteil Thalkirchen-Obersendling. Das kann daran liegen, dass in dieser Gegend in letzter Zeit die meisten neuen Wohnungen entstanden sind und die älteren Generationen mehr Wert auf Komfort, Neubau und moderne Ausstattung legen.

Ein wichtiges Zentrum für Kultur, Bildung und Verwaltung

In der Maxvorstadt sind auf engstem Raum Kunst, Kultur und Bildungseinrichtungen der Stadt versammelt, allen voran die renommierte Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und die Technische Universität (TU) mit zusammen mehr als 90 000 Studenten im Semester. Allein aufgrund der vielen Studenten hat die Maxvorstadt in den letzten Jahrzehnten einen starken Wandel erlebt. Lange galt der Bezirk als Rentnerviertel. Doch mittlerweile leben und arbeiten hier viele junge Menschen. Es herrscht Trubel auf den Straßen.

Die Nachfrage nach Wohnungen – vor allem nach einzelnen Apartments – hat sich in den vergangenen Jahren rasant erhöht. In ganz München sind im vergangenen Jahr etwa 7000 neue Wohnungen gebaut worden, allein davon 707 in der Maxvorstadt. Die Stadt wächst stetig. Die Bertelmanns-Stiftung geht von einem Einwohnerwachstum von mehr als 14 Prozent bis zum Jahr 2030 aus. Das heißt, dass München bis dahin in etwa 1.8 Millionen Einwohner umfassen wird.

Auch die Kunst und Kultur spielt in der Maxvorstadt eine herausragende Rolle. Hier gibt es eine große Dichte an Museum, Archiven und Kunststammlungen der Stadt, darunter die Alte- und Neue Pinakothek, die Antikensammlung, das Bayrische Staatsarchiv, die Akademie der Bildenden Künste und die Hochschule für Musik und Theater. Dazukommen zahlreiche Verwaltungsgebäude wie Gerichte, Finanzämter und das Landeskriminalamt.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Bekannte Persönlichkeiten wie Thomas Mann und Franz Josef Strauß sind in der Maxvorstadt aufgewachsen, haben hier gelebt oder gearbeitet. Viele Gebäude und Orte sind heute als stumme Zeugen der Zeit des Nationalsozialismus übrig geblieben. Hierzu gehört das Gelände der ehemaligen Gestapozentrale, in welches Sophie und Hans Scholl nach ihrer Verhaftung gebracht wurden. – Heute steht hier ein neues Verwaltungsgebäude. Auch die frühere Zentrale der NSDAP befand sich in der Maxvorstadt. Seit 2005 erinnert ein Dokumentationszentrum als Ort zum Nicht-Vergessen und Lernen an die Verbrechen des Nationalsozialismus. In wechselnden Sonderausstellungen haben Besucher dort die Möglichkeit sich zu aktuellen gesellschaftlichen Themen wie Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt zu informieren.

In der Türkenstraße 57 befindet sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Gasthaus „Alter Simpl“. Dort verbrachte schon der Schriftsteller Thomas Mann den einen oder anderen Abend. Zahlreiche andere Cafés, Restaurants und Bars sind in der Zwischenzeit in dem Stadtbezirk entstanden. Hierzu gehören auch das Café „Jasmin“, das seine Gäste zurückversetzt in die 50er Jahre, das Café „Ignaz“ mit leckeren veganen und vegetarischen Speisen und der „Laden“ mit frischen Produkten aus der Umgebung von München.